Souveränität, die man nicht sieht. Staat, Infrastruktur und Subjektivierung im Diskurs digitaler Selbstbestimmung
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Der Beitrag geht auf Spurensuche zu einer eigentümlichen und bei genauerer Betrachtung paradoxen Diskursformation, die mit dem Ausdruck „digitale Souveränität“ seit einigen Jahren umschrieben wird. Angesichts seiner historisch-semantischen Herkunft (absoluter Herrschaftsanspruch) wird der Frage nachgegangen, inwiefern der Begriff geeignet ist, relationale, verteilte und pluralistische Governance-Prozesse zu beschreiben. Vor dem Hintergrund privatwirtschaftlicher Abhängigkeiten einerseits und staatlicher Zentralisierungsbemühungen andererseits zeigen sich dann die Bruchlinien für die Vorstellung eines souveränen Subjekts. Digitale Souveränität, so die These, kann als Kritikinstanz infrastruktureller Machtkonstellationen verstanden werden, nicht aber als normatives Subjektmodell.
